Was sind Streuobstwiesen?
Vielfalt zwischen Obstbäumen und Natur
Bei Streuobstwiesen handelt es sich um eine traditionelle Form des Obstbaus, bei der hochstämmige Obstbäume verschiedener Arten und Sorten locker auf einer Wiese verteilt stehen. Sie zeichnen sich durch ihre extensive Bewirtschaftung aus und verbinden landwirtschaftliche Nutzung mit ökologischer Vielfalt.
Wieso sind Streuobstwiesen so wichtig?
Förderung der ökologischen Vielfalt und erhalt alter Sorten
Streuobstwiesen leisten einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Vielfalt. Durch ihre extensive Bewirtschaftung entstehen artenreiche Lebensräume, die zahlreichen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Schutz und Nahrung bieten. Gleichzeitig sichern sie den Fortbestand traditioneller, oft regionaltypischer Obstsorten, die im intensiven Erwerbsobstbau kaum noch zu finden sind.
Der Erhalt dieser alten Sorten ist nicht nur kulturhistorisch bedeutsam, sondern auch genetisch wertvoll: Sie sind häufig widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Klimaschwankungen und tragen so zur nachhaltigen Sicherung unserer Obstkultur bei. Streuobstwiesen verbinden damit Naturschutz und Sortenerhaltung auf einzigartige Weise.
Welches Obst wird auf Streuobstwiesen angebaut?
Von Kulturobst bis Wildobst alles erleben
Auf einer Streuobstwiese wächst eine beeindruckende Vielfalt an Obstarten. Typisch sind hochstämmige Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume, die über Generationen hinweg gepflegt werden.
Neben diesen klassischen Kulturobstsorten finden sich häufig auch Quitten, Walnüsse oder seltene regionale Spezialitäten, die im intensiven Erwerbsobstbau kaum noch vorkommen.
Darüber hinaus bereichern Wildobstarten wie Schlehen, Holunder oder Wildkirschen die Streuobstwiese. Sie tragen nicht nur zur ökologischen Vielfalt bei, sondern bieten auch wertvolle Früchte, die ebenfalls für die Verarbeitung zu Säften, Gelees oder Likören genutzt werden können.
Streuobstwiesen vereinen so den Genuss bewährter Kulturobstsorten mit der Ursprünglichkeit des Wildobstes – und machen die Vielfalt unserer Obstkultur unmittelbar erlebbar.
Was ist bei der Bewirtschaftung zu beachten?
Extensive Bewirtschaftung erfordert ein Umdenken
Bei der Bewirtschaftung einer Streuobstwiese gilt es, die Balance zwischen Nutzung und Naturschutz zu wahren. Anders als im intensiven Obstbau steht hier nicht die maximale Ertragssteigerung im Vordergrund, sondern die Erhaltung der ökologischen Vielfalt und die Pflege der Kulturlandschaft.
- Pflege der Bäume: Regelmäßiger, fachgerechter Schnitt zur Erhaltung der Vitalität und Standfestigkeit der hochstämmigen Obstbäume.
- Wiesenbewirtschaftung: Nur ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr, um artenreiche Kräuter- und Gräserbestände zu fördern und Lebensraum zu schaffen.
- Verzicht auf Intensivmaßnahmen: Keine chemischen Pflanzenschutzmittel und nur minimale Düngung, um die natürliche Boden- und Artenvielfalt zu erhalten.
- Sortenerhalt: Pflanzung und Pflege alter, regionaltypischer Obstsorten, die widerstandsfähig und kulturhistorisch bedeutsam sind.
- Lebensraumfunktion: Bewusstsein dafür, dass Streuobstwiesen nicht nur Obst liefern, sondern auch wertvolle Rückzugsräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger darstellen.
Extensive Bewirtschaftung bedeutet somit ein Umdenken, weg von kurzfristiger Ertragsmaximierung hin zu einer nachhaltigen, ökologisch wertvollen Nutzung, die Natur und Kultur gleichermaßen bewahrt.
